
Welche Unterschiede und Motoren gibt es?
Ein Pedelec ist kein Elektrofahrrad
Entgegen der landläufigen Meinung, kann man ein Pedelec nicht mit einem E-Bike gleichsetzen. Ein Pedelec fährt nicht eigenständig und wer nicht in die Pedale tritt, der kommt nicht vom Fleck. Der Motor wirkt im Antrieb nur unterstützend und muss nicht angeschaltet werden, wenn man normal Rad fahren möchte. Die motorisierte Unterstützung endet bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h automatisch, auch wenn man das Rad schneller fahren kann. Deswegen benötigt man bei einem Pedelec mit 250 W Motor auch keinen Führerschein oder eine Zulassung.
Bei Motoren, die mehr als 250 W Antrieb liefern, muss das Fahrrad als Mofa angemeldet sein und darf nur im normalen Straßenverkehr genutzt werden.
Pedelec Umbausätze gibt es in unterschiedlichen Ausführungen
Allgemein kann man zwei Antriebsarten unterscheiden: Der Tretlagermotor, welcher direkt am Tretlager angebracht wird und die Nabenmotoren, die an Vorder- oder Hinterrad gelegen sind. Dazu wird normalerweise das alte Vorder- oder Hinterrad durch ein neues Rad plus Motor ersetz. Motoren gibt es von verschiedenen Herstellern und mit sehr unterschiedlichen Akkulaufzeiten.
Pedelec Umbausätze für den Frontantrieb
Technisch gesehen ist der Vorderradumbau der simpelste, weil sich nicht mit der Gangschaltung auseinander gesetzt werden muss. Daher funktioniert der Frontantrieb mit jeder Gangschaltung. Die Gewichtsverteilung ist beim Frontantrieb optimal, wenn das Rad als Lastenrad fungiert, bei dem die Traglast hinten liegt. Darüber hinaus sind diese Umbausätze am günstigsten.
An das Fahrgefühl muss sich erst gewöhnt werden, da schnell das Gefühl entsteht, gezogen zu werden. Das Lenken unter erschwerten Bedingungen (z.B. Nässe, Glätte) kann geringfügig beeinflusst sein.
Pedelec Umbausätze für den Hinterradantrieb
Der Hinterradantrieb gibt das stabilste Fahrgefühl auch, wenn es mal rutschig wird. Dafür ist er nicht so einfach zu montieren, wie beim Vorderrad, da die Gangschaltung ersetz werden muss (Nabenschaltung nicht mehr möglich). Der Schwerpunkt des Rads wird stark aufs Hinterrad verlagert, wodurch das Fahrrad unhandlicher zu tragen wird. Generell gestalten sich Reifenwechsel bei Nabenmotoren als aufwendig.
Der Mittelweg: Pedelec Umbausätze für Tretlagermotoren
Der Tretlagermotor befindet sich in der Radmitte, direkt an der Sattelstange und involviert das gesamte Tretlager. Dadurch wird der gesamte Schwerpunkt des Fahrrads tiefer gelegt und die Kraftübertragung verläuft besonders effizient. Das Fahrgefühl wird, im Gegensatz zu Nabenmotoren, kaum beeinflusst. Außerdem entstehen keine Probleme, wenn ein Reifen gewechselt werden muss. Bei frühen Modellen kam es durch den Einbau zum Verlust der Rücktrittbremse. Darauf muss bei den modernen Tretlagermotoren nicht mehr verzichtet werden. Erwähnenswert ist die verstärkte Abnutzung der Kette, da dort die Kraftübertragung stattfindet.